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Nico's Website



Wann bekommt Uli leuchtende Augen?
Was liebt er über alles?
Was bezeichnet er als Religion?
Richtig. Radsport.
Und was ist eines der Highlights der Saison?
Wieder richtig. Der Giro d'Italia.
Die große italienische Landesrundfahrt.
Und warum ich das alles weiß?
Tugboat würde sagen: "Because I'm a bike racer's dog."

Nico beim Giro d'Italia

Uli ist seit Tagen ganz nervös und packt tausend Dinge zusammen. Es ist Frühjahr, Mai, um ganz genau zu sein. Die Zeit des Giro. Dieses Jahr ist ein ganz besonderer Giro, denn die Etappe nach Kronplatz ist angesagt. Und wir drei haben beschlossen, dabei zu sein.
Noch liege ich hier unter meinem geliebten Busch, aber bald wird ein Spektakel über mich hereinbrechen.

Wir sind nach Südtirol gefahren, nach Bruneck, und zwar in eine kleine, süße Pension am Fuße des Kronplatzes. Am Morgen des 24. Mai sind wir aufgebrochen. Zum allerersten Mal in meinem Leben fahre ich mit einer Seilbahn, denn wir wollen hinauf - hinauf zur Zielankunft der bereits jetzt schon legendären 17. Etappe - hinauf auf den Kronplatz.
Legendär? Hä?
Nun, ich als erfahrener Radsportexpertenhund kann euch sagen warum: die letzten 6 km geht es über eine Naturstraße mit bis zu 26% steilen Rampen hinauf zur Bergstation des Skigebietes. Und davor haben selbst gestandene Profis richtig Schiss. Aber dazu später mehr.
Übrigens: Beim Seilbahn fahren hatte ich zunächst etwas Bammel, da man bei laufender Fahrt rein springen musste. Eigentlich wollte ich mich ja sträuben, aber Uli hat mit sanftem Druck nachgeholfen. Na ja, um ehrlich zu sein, er hat mir in den Hintern getreten, dass ich mit einem Satz in der Gondel war. Saukerl, elender. Aber dafür fand ich es dann richtig gut.

Als wir oben ankommen, sieht es erst mal so aus.
Es fegt ein eiskalter Wind über den Berg und es schneit waagerecht.
Es schneit?!?
Richtig gelesen - es schneit. Im Mai.

Also verziehen wir uns erst mal in die Bergstation, um abzuwarten, bis wir an der Strecke unseren Platz einnehmen müssen.

Es ist zwar total eng und überfüllt, aber zwischen Uli's Beinen liegt es sich gut. Und weil wir ein leckeres Vesper dabei haben, bringt man die Zeit halbwegs gut rum. Nachdem die Tifosi von nebenan dann auch noch Wein spendieren, ist (fast) alles im Lot.

Irgendwann so gegen zwei müssen wir dann aber raus, da wir ja noch einen Platz an der Strecke finden müssen. Und draußen ist die Hölle los. Tausende von Tifosi im Schneesturm. Meine Herren. Ich meine, mir macht's Spaß, denn ich tobe mit Claudia und Uli über die Wiesen, und Schnee finden wir klasse ... aber Radsport bei diesem Wetter???

Bei diesem W-E-T-T-E-R ???

R-A-D-S-P-O-R-T ???

Sagen wir mal so ... vorbereitet war alles: die Kameras waren an den entscheidenden Stellen aufgebaut ...

... und die Tifosi haben an strategisch günstigen Stellen Position bezogen.

Aber Rad fahren will hier doch niemand, oder?
Nein, und kurz vor knapp wird die Zielankunft deshalb verlegt ... nach unten an den Furkelpass.
Und das heißt? Das heißt, dass die ganze Meute wie wild den Berg runtergestürmt ist ... und wir mit.

Nämlich hierhin.
Hier unten hat's dann zwar nicht mehr geschneit, aber wie aus Kübeln gegossen. Und wir saßen im knöcheltiefen Matsch und haben gewartet ... auf Basso & Co.

Dann endlich waren sie da.
Der Lärm war ohrenbetäubend und Uli in seinem Element.

Hier in der Meute war auch irgendwo Ulle versteckt, aber das war mir sowieso egal. Ich halte es ja mit Tyler, aber der fährt ja eh zur Zeit nicht.

Nein, nein, das ist keine Dopingrazzia der italienischen Polizei, sondern die Vorbereitung der Siegerehrung. Die Tifosi waren total ausgeflippt.

Hier feiern sie Ivan Basso, der an diesem Tag Zweiter wurde und hinterher sogar im Maglia Rosa nach Mailand gefahren ist.

Wir waren natürlich auch dabei und haben sogar Paolo Savodelli gesehen.
Allerdings waren wir mittlerweile so durchnässt und ausgefroren, dass wir uns beeilt haben, schnell über den Berg und zurück in unsere Pension zu kommen.

Oben sah es mittlerweile so aus.

Ganz dort hinten hatte es zwar begonnen aufzureißen ... 

aber die beeindruckende Friedensglocke konnte man nur schemenhaft erkennen.
Na ja, irgendwann waren wir dann wieder unten im Tal ... und als Claudia und Uli beim Essen saßen, bin ich schon im Hundetraumland gewesen. Leute, ich war echt fertig wie ne Rübe.

Am nächsten Tag war dann das schönste Wetter. Claudia ist mit mir bis zur Mittelstation gelaufen, während Uli den Profiparcours vom Vortag erkundet hat. Ich kann euch verraten, er hat es geschafft. Mit nem 36er Blatt vorne und nem 27er Rettungsritzel hinten hat er alle Rampen bezwungen, aber Schiss hatten die Profis zurecht. Uli hat ganz schön schnaufen müssen, bis er endlich oben war ... und geflucht hat er auch ein paar Mal, aber das darf ich eigentlich gar nicht wissen.

Na ja, wir sind danach an den Gardasee gefahren, aber dazu in der nächsten Geschichte mehr.

PS: Ihr kennt weder Tugboat noch Tyler? Ehrlich, ihr habt keine Ahnung? Na dann, hier ist der Link zu unseren Brüdern im Geiste:
Tyler & Tugboat

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Kontakt Nico Bader, In der Aue 4a, 69118 Heidelberg, Deutschland
Mail: nico@teewinot.com
Last Update 2015-12-13